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07.02.2018 - Sachsens Justizminister Gemkow besucht DRK-Jugendgerichtshilfe in Wurzen

Über die Arbeit der ambulanten Jugendgerichtshilfe hat sich jetzt Sebastian Gemkow (CDU) in Wurzen erkundigt. Sachsens Justizminister folgte damit einer Einladung der Landtagsabgeordneten Hannelore Dietzschold (CDU), die sie bereits im September 2016 anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Einrichtung des DRK Muldental aussprach.

Beim Termin vor Ort standen dem Minister die beiden Mitarbeiterinnen Andrea Müller und Christine Fleck Rede und Antwort. Das Duo informierte Gemkow unter anderem über die Herausforderungen und aktuellen Gegebenheiten im Umgang mit straffällig gewordenen Jugendlichen. Dabei lobten Müller und Fleck die gute Zusammenarbeit mit dem Wohlfahrtsverband.

Ebenfalls anwesend war DRK-Vorstand Bettina Belkner. Sie unterrichtete den Gast darüber, eine zentrale Anlaufstelle in Wurzen schaffen zu wollen. Hierfür, so Belkner, möchte der Wohlfahrtsverband die derzeitige Geschäftsstelle des DRK in der Walther-Rathenau-Straße nutzen. Wie berichtet, soll nach dem Kauf eines 12 543 Quadratmeter großen Areals im Gewerbegebiet Nord ein neues Rotkreuz-Zentrum gleich hinter der Arbeitsagentur entstehen. Der Stadtrat stellte zur jüngsten Sitzung per Mehrheitsbeschluss bereits die Weichen. Damit stünden die Gebäude leer.

Besonders beeindruckt zeigte sich Gemkow übrigens von den Ausführungen zum sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich. Andrea Müller verwies nämlich auf ein Verfahren, welches in Österreich zur Anwendung kommt und unter dem Kürzel ATA – Außergerichtlicher Tatausgleich – Erfolge verzeichnet. Zugleich bekräftigte sie die Initiative des Ministers, eine Betreuung für junge Intensivtäter in Leipzig zu schaffen, die einen ganzheitlichen Ansatz mittels verbesserter Kooperation verfolgt. Eine Stelle dieser Art wünschte sich Müller auch auf Landkreisebene.

Gegründet wurde die ambulante Jugendgerichtshilfe am 1. Februar 1996 in Wurzen – ein „kleines Abenteuer mit einem handgeschriebenen Konzept“, erzählte Müller zur Jubiläumsfeier im Schloss. Immerhin musste sie damals von Tür zu Tür tingeln, um Unterstützung für das ehrgeizige Vorhaben zu finden. Der Aufwand, die vielen „Klinken zu putzen“, zahlte sich letztlich aus und endete beim DRK. Das erste Domizil befand sich seinerzeit in der alten Minol-Tankstelle an der Dresdener Straße. Später erfolgte der Umzug in die heutigen Geschäftsräume Clara-Zetkin-Platz 11, wo Müller, Frau der ersten Stunde, und Christine Fleck pro Jahr etwa 100 Fälle betreuen. Justizminister Gemkow jedenfalls nahm die Erfahrungen „von der Basis“ dankend auf und versprach, die Erfahrungen in Dresden einfließen zu lassen.

(Artikel von Kay-Uwe Brandt, veröffentlicht in der LVZ vom 09.02.2018)

11. Februar 2018 20:44 Uhr. Alter: 305 Tage